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Bundeslehrgang in Malente


Knapp 30 Aikidoka, zumeist aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen, hatte es ins winterliche Malente zum Bundeslehrgang mit Dr. Barbara Oettinger verschlagen. Neun Stunden Aikido standen auf dem Programm, verteilt auf fünf Trainings an drei Tagen.

Barbara schaffte es durch ein abwechslungsreiches Programm (unter anderem 3. Kata sowie Ude-nobashi), uns stets bei Laune zu halten. Jede der fünf Einheiten wies einen ähnlichen Ablauf auf: Wir starteten mit interaktiven Aufwärmübungen, wobei ab Samstag dabei stets der Stab zum Einsatz kam. Bei den verschiedenen Dreh- und Schwingübungen, die mit dem Partner gemeinsam auszuführen waren, oder auch den „Laufspielen“ war Koordinationsfähigkeit gefragt. Neben dem Körper war auf diesem Lehrgang der Kopf auch in besonderer Weise gefordert, da Barbara uns empfahl, stets auch mentales Training zu betreiben und sich Abläufe von Techniken oder auch ganzen Katas auch außerhalb des Trainings mental vorzustellen.

Ein weiteres Bauteil jeder Einheit waren die Techniken der 3. Kata. In der dritten Kata, so Barbara, geht es darum, die Wirkweise der jeweiligen Technik in Reinform darzustellen. Die Ausführungen haben links und rechts jeweils symmetrisch zu sein, ansonsten ist einem jeden recht viel Freiheit gegeben. Der Abwurf des Uke soll je nach den Erfordernissen der Technik und dem Verhalten des Ukes in den Raum hinein erfolgen. Festgelegt ist nur, dass nach jedem zweiten Mal, also mit jeder neu ansetzenden Technik, Uke auf die Linie zum Angriff zurückkehrt. Die Technik geht vor, die Form (Linie) ist als zweitrangig anzusehen. Für Sonntag stellte Barbara die Möglichkeit zur Verfügung, eine dritte Kata vorzuführen. Zwei der Teilnehmer nutzen diese Gelegenheit und nahmen dann auch wertvolle Hinweise für die Weiterarbeit im heimatlichen Dojo mit.

Die Arbeit mit dem Stab war ein weiterer Schwerpunkt dieses Lehrgangs. Wir übten u.a. die Techniken Sumi-otoshi und Urshiro-kiri-otoshi sowie Kote-mawashi.

Neben den konkreten Techniken mit dem Stab übten wir auch abschnittweise die ersten neun Bewegungen einer Stabkata. Barbara erklärt hierfür detailliert, wie ein guter Angriff und eine richtige Haltung (z.B. bei Hasso-kamae) auszuführen ist. Dies war durch entsprechende Vorübungen während des Aufwärmens bereits vorbereitet worden.

Eine jede Einheit wurde mit einer von vielen Varianten von Kokyo-Ho aus Zaho beendet. Hierbei gilt es bei jeder der Ausführungen, das Zentrum so zu platzieren, dass Uke zwingend geführt wird. Interessant war die Variante, bei der der komplette Unterarm als Verlängerung der Tegatana eingesetzt wurde. Die Ukes folgen nur so durch die Luft: sehr effektiv.

Neben dem intensiven Training kam die Geselligkeit natürlich nicht zu kurz. Leider hatte die hauseigene Bar wider Erwarten am Samstagabend geschlossen und wir saßen auf dem Trockenen. Kurzentschlossen führen zwei von uns dann noch durch den Schnee, um für alle Getränke zu besorgen. Der Abend war gerettet.

Unser besonderes Dankeschön gilt Barbara und ihrem Mann Thomas, die den langen Weg nicht gescheut haben von Baden-Würtemberg zu uns in den Norden. Bei diesem Winterwetter war das wahrlich kein Vergnügen. Ebenso gilt der Dank Roland Nemitz und Matthias Ahrens für die Organisation des Lehrgangs vor Ort. Es hat wirklich viel Freude gemacht.

Frauke Drewitz
Sachbearbeiterin Öffentlichkeitsarbeit des AVSH