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Samurai Camp 2018


Das Samurai Camp ist für viele junge Aikidoka mittlerweile zu einer Institution geworden, so findet dieses nun schon zum 16. Mal statt. Rund 76 Aikidoka aus 7 Bundesländern nahmen teil. Die größten Anhänger des Camps kamen natürlich wieder aus Hohenwestedt, gefolgt von Hamburg-Bramfeld mit 10 Teilnehmenden und Walldorf mit 8. Die weiteste Anreise hatte die Gruppe als Calw aus Baden-Württemberg. Das ist insgesamt schon ein tolles Ergebnis, so viel Resonanz zu erfahren.

In diesem Jahr hatten wir ein Superwetter, die Sonne schien fast durchgehend. Am Samstag hatten wir einen heftigen kurzen Regenschauer, der fast wie abgestimmt einsetzte, nämlich nach der Lagerolympiade und dem anschließenden Schwimmen in der Ostsee. Die kurze Erfrischung war aufgrund der guten Vorhersage des Regenradars möglich.

Die Lagerolympiade orientierte sich in diesem Jahr an dem früheren Chaosspiel von Patrick. Sie fand, auch aufgrund des überfüllten Strandes, im Zeltlager statt. Viele Kinder, die durch das Zeltlager liefen und versteckte Nummern suchten, konnten gesichtet werden – so wie am früheren Standort am Lensterstrand.

Zum Betreuer-Team ist zu berichten, dass die älteren erfahrenen Betreuer, nämlich Detlef, Ingo und Lilo von wesentlich jüngeren Aikidoka unterstützt wurden. Dies waren Meike, Madeleine, Hendrik und Nina. Auch die älteren Teilnehmenden übernahmen Aufgaben in jeglicher Form. Daniel, der jüngste derzeitige Aikido-Meister aus Walldorf, unterstützte die Betreuer beim Unterrichten von Aikido, aber auch bei den Kreativ-Workshops ebenso wie Maik aus Hamburg-Bramfeld. Aikidoka mit besonderen Fähigkeiten bereicherten darüber hinaus das Programm. Weiterhin konnten wir einen Jiu-Jitsu-Meister, nämlich Sai-Kit für unser Camp erwärmen. Er fügte sich nahtlos in das Team ein und wusste die Teilnehmenden zu begeistern. Beim Abschied meinte er, dass er das Gefühl habe, in eine große Familie aufgenommen worden zu sein. Das freute uns natürlich sehr.

Vielleicht drückt dies auch das positive Gefühl aus, das während des gesamten Camp-Zeitraums herrschte. Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben alle ihren Teil zu einem schönen, unvergessenen Camp beigetragen.

Ich freue mich bereits auf das Samurai Camp 2019. Es findet statt vom 15. – 20. Juli 2019 in Scharbeutz.

Da Ingo und Kinga mit Marieke bereits sehr schöne Berichte geschrieben haben, verzichte ich in diesem Jahr auf weitere Worte und veröffentliche deshalb diese mit deren Einverständnis:

Ganz viel Spaß beim Lesen

Lilo Schümann
Organisatorin des Samurai Camps
Jugendleiterin des AVSH und
Mitglied des Vorstandes der Jugend Deutscher Aikido-Bund


Das Samurai Camp wurde gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). - Dankeschön!


Sonne, Spaß und Strand im Samurai-Camp 2018

Das Samurai Camp 2018, geleitet von Lilo Schümann in Scharbeutz fand vom 25. Juli bis zum 30. Juli statt. Das Wetter war sehr gut, meistens sonnig und warm. Im Camp haben wir Aikido trainiert, doch das war nicht das Einzige. Wir haben auch Workshops, einen Ausflug zum Hansa Park, die Lagerolympiade und vieles mehr unternommen, doch neben alledem hatten wir immer genügend Freizeit. Unsere Freizeit konnten wir verbringen wie wir wollten, uns wurde jedenfalls nie langweilig. Zum Training wurden wir in drei Gruppen unterteilt, die Kirschblüten, die Kois und die Katanas, welche wiederum in jeweils zwei Gruppen gespalten waren, die türkisen und die schwarzen. Wir hatten morgens und abends je zwei Stunden Training. Meistens haben wir Zirkeltraining gemacht, mit drei oder sechs Stationen, die Themen waren immer unterschiedlich. Unsere Trainer waren sehr nett, und haben gut und verständlich erklärt.

25. Juli 18

Schon am Tag der Ankunft, war es sehr heiß. Aber dennoch mussten wir uns gedulden, bis wir eingeteilt wurden. Nach der Einteilung konnten wir noch in ein anderes Zelt ziehen, in Ruhe auspacken und uns begrüßen. War alles getan, gab es auch schon unser erstes Mittagessen. Waren alle Bäuche gefüllt, hatten wir Zeit für uns, bis die Kennlernspiele begannen. Zur Erfrischung gingen wir an den Strand, wo das Wasser angenehm warm war. Nach dem Strandbesuch gab es schon Abendessen und danach unser erstes Stationen-Training. Durch die Hitze war es ziemlich schwül in der Halle, da wunderte es niemanden, dass alle schweißnass und die Duschen randvoll waren. Am Ende des Tages fielen alle erschöpft in ihre Betten.

26. Juli 18

Der zweite Tag brach heran und begann für die Freiwilligen mit Frühschwimmen und/oder Schwertkampf. Dann standen auch die größten Morgenmuffel auf und gesellten sich an den Frühstückstisch. Munter begaben sich alle zum Training und führten die Techniken mehr oder weniger konzentriert aus. Nach dem Mittag begannen die Workshops mit Sai-Kit, der uns lehrte einem Streit auszuweichen. Ingo zeigte uns, wie man in bestimmten Situationen handeln sollte und Lilo, die uns die 7 Tugenden der Samurai vorstellte. Auch an diesem Tag besuchten wir den Strand und badeten im warmen Wasser. Auch dieser Tag hörte mit einer lehrreichen Stunde Aikido auf.

27. Juli 18

Der dritte Tag fing anders als die anderen beiden Tage mit Aikido an. Bis zum Mittagessen hatten wir dann Freizeit. Aber dann begann der eigentliche Spaß. Wieder gab es diverse Workshops. Wie z.B. Kalligraphie, Gipsmasken machen, ein Vortrag über das Gehirn und Gesichtsbemalung. Nach den spaßigen Workshops gingen wir an den Strand und tollten in den hohen Wellen. Nach dem Abendessen hatten wir noch mal Training, machten aber früher Feierabend, weil...

a) eine Mondfinsternis anstand

b) die Kinder den Kiosk nicht verpassen wollten.

Nachdem wir eine Weile gewartet hatten, kam der Mond zum Vorschein. Er wurde immer sichtbarer und röter, bis sich der Schatten der Erde vor ihn schob und die Nachtruhe begann. Die Nachtruhe hinderte aber ein paar neugierige Kinder nicht daran, noch durch die Zeltplane zu gucken. Aber dann schlief das ganze Camp tief und fest.

28. Juli 18

Morgens fand wie gewohnt das Training statt, aber zum letzten Mal. So hatten die Kinder bis zum Mittag ihre Ruhe bis dann die Lager-Olympiade begann. Herzlichen Glückwunsch an Zelt 15, denn die haben den ersten Platz belegt. Anschließend gingen wir noch mal an den Strand, nur dass wir uns diesmal echt beeilen mussten, weil es zu gewittern begann. Endlich war das Gewitter zu Ende und die Disco fing an. Während die Kinder ausgelassen tanzten, machten die Betreuer und Trainer Gruppenfotos, wobei, Ups, ein Trainer beim Strandfoto vergessen wurde. So ging auch dieser Tag gelungen zu Ende.

29. Juli 18

Hansa Park! Auf diesen Tag haben viele schon hingefiebert, die Gruppen fanden sich zusammen und wir fuhren mit einem Reisebus in den Hansa-Park. Alle, auch die Betreuer, hatten einen Riesenspaß. Umso doofer war es, dass wir nach ca. sieben Stunden wieder zurück fuhren. Der Spaß war aber noch nicht vorbei. So gegen 18/19 Uhr stieg uns der Duft vom Grill in die Nase. Wir stellten uns leckere Burger zusammen und aßen, bis uns die Bäuche platzten. Da es der letzte Abend war, ließen wir uns einen letzten Strandbesuch nicht entgehen. Als alle in ihren Zelten waren, gab es trotzdem noch soo viel zu erzählen, bis tief in die letzte Nacht hinein.

30. Juli 18

Was am nächsten Morgen alle machten, nach dem der Wecker klingelte: weiterschlafen. Also gingen zwei Zeltpaten rum und bespritzten alle, die noch im Bett lagen, mit Wasser. Bis zum Frühstück verhielten sich alle ganz normal, aber mit den ersten Kindern, die abgeholt wurden, flossen auch die ersten Tränen. Das nächste Samurai Camp findet vom 15.7. bis zum 20.7.2019 statt.

Wir fanden das Camp sehr gut und kommen nächstes Jahr wieder.

Marieke V. (13 Jahre) und Kinga D. (12 Jahre) von der Aikidojugend des BSV.


Samurai Camp 2018

Mit fünf Teilnehmerinnen und zwei Betreuern war der Aikido-Verein Wattenbek so stark vertreten wie noch nie. Voller Vorfreude ging es auf die Reise nach Scharbeutz, um sich mit alten und neuen Freunden aus ganz Deutschland zu treffen. Trotz der Hitze, die uns teilweise sehr zu schaffen machte, wurden alle sechs Aikido Trainingseinheiten problemlos absolviert.

Zusätzlich wurden drei freiwillige Trainings am Strand jeweils vor dem Frühstück angeboten, die rege besucht waren. Das Trainieren mit Messer, Stock und (Holz-)Schwert war dabei ein besonderes Highlight. Natürlich kamen die Strandbesuche nicht zu kurz. Durch den Wind gab es eine Brandung, die ein Nordsee-Flair aufkommen ließ. Die Kinder und Jugendlichen nutzten diese Zeiten um zu schwimmen, durch die Wellen zu toben, Volleyball zu spielen, im Sand zu buddeln oder einfach zu chillen.

Darüber hinaus gab viele weitere Angebote wie zum Beispiel eine Lager-Olympiade, Jonglieren, Slack-Line, Gipsmasken, Schminken, Kalligrafie, Origami, Knotenkunde, Tischtennis, Disco, aber auch Workshops zu „Tugenden der Samurai“, „Innere Stärke durch Budo“, „Stress-Resistenz – gelassene Einstellung in Alltagssituationen“ oder „Wie uns unser Gehirn manchmal austrickst“. Trotz des großen Angebots war auch noch genug Zeit zur freien Verfügung. Große Aufregung gab es an dem Abend, als alle den Blutmond sehen wollten. Sogar die Nachtruhe wurde dafür aufgehoben. Alle waren gekommen, um das Schauspiel zu betrachten - alle, bis auf den Mond. Enttäuschung und Verzweiflung machten sich breit. Doch plötzlich kam er doch noch zwischen den Bäumen hervor - schwach, aber deutlich erkennbar – und die Begeisterung war riesig.

Ob der Besuch des Hansa-Parks dies noch toppen konnte, musste jeder für sich selbst entscheiden. Am nächsten Morgen jedoch waren die sechs Tage Samurai Camp schon wieder vorbei. Bedrückte Gesichter und die eine oder andere Abschiedsträne waren nicht zu übersehen. Ein tolles Samurai Camp ging zu Ende. Dass alles so prima funktioniert hat, ist den begeisterten und motivierten Teilnehmern sowie der hervorragenden Organisation durch den Aikido-Verband Schleswig-Holstein bzw. durch die Camp-Leiterin Lilo Schümann zu verdanken. Herzlichen Dank! Wir alle freuen uns schon auf das nächste Jahr.

Ingo Fassbender (2. Vorsitzender Aikido-Verein Wattenbek)


Camp-Olympiade 2018

Anders als in den vergangenen Jahren wurde die Olympiade in diesem Jahr mit dem Chaos-Spiel verbunden. Dadurch wurde die Olympiade zu einem Wettlauf, bei dem auch das Würfelglück ein wichtiger Faktor war. Im Gelände wurden 80 Zettel mit den Nummern 1-80 verteilt. Jeder Zettel enthielt ein Kennwort. 7 Teilnehmergruppen mussten Würfeln und auf einem Spielfeld mit ebenfalls 80 Feldern vorziehen. Die gesetzte Zahl musste gesucht und das Kennwort gelesen werden. Sobald die Gruppe mit dem richtigen Kennwort wieder in der „Zentrale“ eintraf, musste sie eine Frage beantworten. Bei richtiger Antwort wurde erneut gewürfelt und gesucht. War die Antwort falsch, musste zuerst eine kleine Strafarbeit verrichtet werden (Jenga-Turm aufbauen, puzzeln, Liegestütz-Staffel, genau die Zahl 51 würfeln, Arme verknoten). Während des Spiels mussten sieben weitere Hauptaufgaben gelöst werden.

  • „Wikingerschach“ – umwerfen von Holzklötzen,
  • Plattenlaufen – eine Strecke auf zwei Platten zurücklegen, wobei die hintere jeweils nach Verlassen nach vorne gelegt werden musste,
  • Hindernisparcours – einen aufgebauten Parcours ohne Fehler überwinden,
  • Minifrisbee – kleine Frisbees in ein Feld werfen
  • Tennisball-Einlochen – einen zugeworfenen Tennisball mit einem Schläger in einen Behälter lenken,
  • Gedicht – mit 10 Zeilen fertigen
  • Stift in Flasche – einen Stift, der im Rücken mit einem Faden befestigt ist, in eine Flasche manövrieren.

Bis auf „Wikingerschach“ mussten alle Aufgaben jeweils zehn Mal durchlaufen werden.

Wer die 80 nach dem Spielplan erreicht und alle Aufgaben gelöst hatte, durfte sich am Endspiel versuchen. Hier mussten 3 Teebeutel mit dem Mund in einen Eimer geschleudert werden.

Der Endspurt war sehr spannend, weil sich gleich drei Gruppen auf der 80 befanden und so parallel um den Sieg kämpfen mussten. Diesen konnte sich das älteste teilnehmende Mädchenzelt schnappen, dicht gefolgt von den beiden älteren Jungenzelten.

Nachdem der dritte Sieger und damit die Preisränge fest standen, wurde die Olympiade abgebrochen und der aktuelle Stand als Endstand übernommen. Dieses wurde von den übrigen Gruppen ohne größere Proteste akzeptiert. Die Olympiade hatte etwas länger gedauert als geplant und die Kinder und Jugendlichen wollten größtenteils ja noch an Strand. Alle Teams lagen am Ende dicht beieinander. Mit ein oder zwei besseren Würfelergebnissen oder richtig beantworteten Fragen hätten auch andere Teams den Sieg erringen können

Die Siegerehrung gab es dann am Abend vor der Disco. Als kleinen Trostpreis gab es für den letzten Sieger noch kleine Glücksschweinchen.

Insgesamt haben alle Zelte sehr motiviert mitgespielt. Manchmal waren die Teilnehmer etwas verzweifelt, weil sie ihre Nummer nicht finden konnten. Letztendlich klappte es dann aber doch. Auch bei der Beantwortung der Fragen waren die Teilnehmer sehr gut, wenn auch nicht immer einig. Es gab relativ wenige Strafaufgaben. Soweit ich sehen konnte, hatten alle Teilnehmer viel Spaß und waren ehrgeizig bei der Sache. Herzlichen Dank dafür!

Vielen Dank auch an die ältesten Zelte und die Betreuer, die bei der Durchführung unterstützt haben. Ohne sie wäre die Olympiade nicht möglich gewesen. Und auch sie hatten Spaß und waren sehr motiviert.

Die Änderung durch das Verquicken mit den Chaos-Spiel ist bei den Kindern und Jugendlichen sehr gut angekommen. Für die Zukunft sollten es jedoch weniger Zahlen sein, um in der Zeit zu bleiben.

Ingo Fassbender
2. Vorsitzender AV Wattenbek


Frühschwimmen 2018

Wie immer wurde auch ein Frühschwimmen vor dem Frühstück angeboten. In diesem Jahr war dieses besonders gut besucht. Das könnte daran gelegen haben, dass wir durch die späte Frühstückszeit eine halbe Stunde später starten konnten oder dass es morgens bereits schön warm war. Einige Zeltpaten mussten sich opfern und extra früh aufstehen, um ihre anvertrauten Kinder rechtzeitig zu wecken.

Der Strand war menschenleer und friedlich. Ganz anders als am Tage, wo er, dank des tollen Wetters, dicht besiedelt und voll war. Die Sonne stand noch tief über dem Horizont und spiegelte sich im Wasser. Manchmal konnten wir die Trecker beobachten, die Seetang wegharkten und ihre typischen Spuren hinterließen. Ansonsten gab es nur ein paar Möwen und gelegentliche Jogger. Und unsere Schwimmer natürlich, die das ruhige Wasser merklich genossen und gegen die Sonne bald nur noch als dunkle Punkte im Wasser zu erkennen waren.

Vielen Dank an Hendrik, der als Rettungsschwimmer für die Sicherheit der morgendlichen Schwimmer zuständig war.

Ingo Fassbender
2. Vors. AV Wattenbek

 

Kinder- und Jugendlehrgang in Bad Segeberg


Am Samstag, den 2. Juni 2018, trafen sich 19 Aikidoka zum Thema „Anspannung, Entspannung und Ausweichen“.

André Lienshöft vermittelte das Thema mit dem Schwerpunkt der Annahme des Angriffs. Die Schwachpunkte des Angreifers wurden demonstriert und erklärt. Es gab direkte Möglichkeiten beim geraden Schlag von oben, und zwar Irimi, bevor sich der Schlag entfalten konnte, aber auch ausweichende beim seitlichen Schlagangriff. Hier wurde die Energie des Angreifers umgelenkt. Die unterschiedlichen Möglichkeiten wurden mit wechselnden Uke (Partnern und Partnerinnen) geübt. Die Bedeutung der Annahme wurde herausgestellt. Ganz ernst wurde es, als der Angriff mit Hilfe eines Schaumstoff-Schwertes (präparierter Rohrisolationsschaumstoff) erfolgte. Dies steigerte die Anspannung und demzufolge auch die Konzentration. Die Geschwindigkeit des Angriffs erhöhte sich und die der Verteidigung entsprechend ebenso. Durch den Partnerwechsel mussten sich die Teilnehmenden immer wieder auf andere Situationen einstellen. Die Unterrichtszeit mit André verging wie im Fluge, so interessant war es.

Zur Mittagszeit wurde pünktlich die Pizza angeliefert. Normalerweise hat das italienische Restaurant gar keinen Pizzaservice, aber für uns wurde eine Ausnahme gemacht. Es gab eine ausgiebige Mittagspause auf den Bänken in der Turnhalle.

Zur zweiten Unterrichtseinheit erschien Sai-Kit Tsui, ein Jiu-Jitsu-Meister, der die Aufgabe hatte, uns Verteidigungsmöglichkeiten in beengten Situationen zu zeigen. Es ging richtig hart zur Sache mit Würge-Angriffen. Da mussten wir erst einmal den Kopf einziehen, um uns zu schützen. Ein Griff in die eigenen Haare diente zum Schutz des Gesichtes und ein Tritt auf den Fuß oder zum Schienbein des Angreifers zur Erlangung von Freiraum. Die Abwehrmöglichkeiten wurden auf der Matte eingeübt. Sie waren viel kürzer und direkter als beim Aikido. Auch beim Angreifen mussten Hemmungen überwunden werden. Tai-Kit ließ auch die Nervenpunkte nicht aus. Hier galt es, mit dem Daumen die richtigen Stellen zu finden. In der zweiten Hälfte des Unterrichtes übten wir die Techniken an der Wand und zwar ohne Rückzugsmöglichkeit. Der Einsatz der Hüfte war zur Befreiung sehr wichtig, ebenso der Schutz des Gesichtes mit angewinkelten Armen. Dieser Schutz war wieder Bestandteil zur Erlangung von Freiraum. Wir hätten alle nicht gedacht, dass es noch so viele Möglichkeiten zur Selbstverteidigung in solch beengten, bedrohlichen Situationen gibt.

Zum Abschluss der Selbstverteidigung mit Jiu-Jitsu gab uns Sai-Kit noch den Rat mit, den Gegner beim ersten Kontakt zu verwirren, indem man ihm einen Gegenstand zuwirft mit den Worten „fang“ und dann wegzulaufen. Eine andere Möglichkeit demonstrierte er mit einer Hand voll „Münzen“, die er spontan wegwarf. Die beste Option, sich zu verteidigen, besteht natürlich darin, sich gar nicht erst auf einen Streit einzulassen und wegzugehen.

Nach einer kurzen Stärkung mit Äpfeln und Getränken ging es weiter mit der letzten Einheit. Meister Hans Carstens, der Gastgeber des Aikido-Vereins Bad Segeberg, vermittelt das Thema Anspannung und Aufmerksamkeit. Er vermittelte dieses Thema über die Handhabung des Stabes. Er ging auch auf die aufrechte Haltung im Zusammenhang mit Aufmerksamkeit ein und versprach den Kindern, dass sie im Schulunterricht mindestens eine Note besser beurteilt werden würden bei Beachtung der aufrechten Sitzposition, die zudem eine bessere Durchblutung des Gehirns zur Folge habe.

Beim Thema Stab zeigte sich, dass besonders hohe Konzentration und Koordination erforderlich waren. Die Fortgeschrittenen hatten natürlich einen Vorteil, die Anfänger mussten erst mal Hände und Füße und Rechts und Links sortieren. Die anwesenden Meister halfen den Teilnehmenden dabei. Der Unterricht führte dazu, dass sogar einige Bewegungsabfolgen verinnerlicht wurden, die zu einer Stock-Kata führen. Hier beschäftigt man sich selbst mit dem Stock und einem imaginären Partner. Hans machte die Kinder und Jugendlichen darauf aufmerksam, dass sie das Glück hätten, noch sehr jung zu sein und deshalb noch viel Zeit hätten zu üben.

Zum Abschluss zeigte uns Hans Carstens noch eine Kostprobe seines Könnens. André Lienshöft war als Uke ganz stark gefordert. Hier konnte man erahnen, welchen großen Anteil das Aikido im Leben haben kann. Schöne runde Verteidigungsformen mit dem Stab brachten den Uke immer wieder zu Fall.

Mir hat der Lehrgang sehr viel Spaß bereitet und ich denke, den Teilnehmenden ebenso. Die jungen Aikidoka waren mit Eifer dabei. Für nicht wenige war dies der erste Lehrgang.

Lilo Schümann
Jugendleiterin des AVSH

Dieser Lehrgang wurde gefördert durch die Sportjugend Schleswig-Holstein. Dankeschön!

Kinder- und Jugendlehrgang in Bordesholm


Am 3. März hatte der Aikido-Verein Wattenbek wie jedes Jahr im Frühling zum Lehrgang für Kinder und Jugendliche aufgerufen, wobei Erwachsene genauso willkommen waren. Der eigene Verein war fast vollständig vertreten, aus dem restlichen Schleswig-Holstein kamen immerhin 10 Personen. Pünktlich um 11 Uhr begann die Begrüßung durch die beiden Trainer Pieter Genzow (3. Dan) und Sven Hüser (l. Dan), welche sich in den kommenden Stunden gerecht die Leitung des Lehrganges und das Vorführen der Techniken teilten.

Zum Aufwärmen wurden 3 Gruppen gebildet, welche in kleinen Spielen gegeneinander antraten. Spielerisch war auch das anschließende Sabaki, um zum Hauptthema des Lehrganges "Ushiro" überzuleiten. Danach wurden die einzelnen Techniken bis zum 4. Kyu hauptsächlich aus Ushiro-ryote-tori geübt. Die beiden Trainer nahmen sich genug Zeit, um bei jedem Aikidoka zu gucken und gegebenenfalls nachzuhelfen. Es wurde auch darauf geachtet, dass sich jeder immer wieder neue Trainingspartner nimmt, denn dann lernt man, seine eigene Führung und Haltung anzupassen und zu verbessern. Nach ánderthalb Stunden wurde es Zeit für eine Stärkung in der Mensa mit Gulasch und Nudeln.

Das Thema der 2. Einheit war "Judo". Hierbei waren viele schon sehr gespannt, was diese Sportart von unserer unterscheidet. Zum einen ist Judo ein Kampfsport, bei dem man Wettbewerbe gewinnen kann, Aikido eine Kampfkunst nur zur Selbstverteidigung. Geübt wurden die Bodenfesthaltetechniken, welche in einem Wettkampf vorkommen können. Zuerst hat sich Uke einfach auf den Bauch gelegt oder zusammen gekauert und Nage hat versucht ihn umzudrehen, wobei es jeder erstmal für sich ausprobiert hat, danach wurde die Technik gezeigt und wiederholt. Nach und nach entstand daraus die Technik Kami shiho gatame. Danach wurde aus der Rückenlage von Uke Kesa gatame geübt und dieser sollte versuchen sich zu befreien. Einigen gelang dies schon recht gut und nach ein paar gezeigten Tipps konnte jeder sich befreien. Nun war der Ehrgeiz von Nage geweckt und jedes Trainingspaar rang fleißig miteinander um die Beherrschung von Festhalte und Befreiung.

Allen machte dies großen Spaß, seine eigenen Grenzen auszutesten und einige wunderten sich bestimmt über sich selbst, wie sie darüber hinaus gegangen sind. Denn im Gegensatz zum Aikido liegt Uke auf dem Rücken und kann anders mit seinem Nage agieren. Kurz wurden auch noch die Techniken Yoko shiho gatame und Hara gatame ude garami gezeigt und geübt, jeweils als Festhaltender und als Befreiender. Während sich alle daraufhin erholten und ihre Kleidung wieder sortierten, zeigte und erklärte Pieter Genzow den großen Unterschied beider Sportarten: die Festhaltetechniken im Judo lassen dem Gegner Spielraum für Gegentechniken, z.B. freie Arme. Auch ist man mit vollem Körpereinsatz dabei, um einen Einzelnen am Boden zu halten, bis der Wettkampf nach bestimmter Zeit beendet wird. Zur Selbstverteidigung können diese Punkte von Nachteil sein und Aikido bietet sich dort besser an: der Angreifer liegt mit dem Bauch auf dem Boden und kann seine freie Hand nicht unmittelbar gegen den Verteidiger einsetzen; man erreicht mit geringstmöglichen Körpereinsatz den größten Nutzen, was vor allem für kleinere/leichtere Verteidiger gut ist und man kann die Umgebung im Blick behalten statt sich nur auf eine Person zu konzentrieren.

Danach gab es eine kleine Pause, bevor es in der 3. Einheit nach erneuter Erwärmung wieder um Angriffe von hinten ging. Die geübten Techniken waren wieder bis zum 4. Kyu gehend, allerdings variierte nun der Ushiro-Angriff. Durch aufmunternde Zurufe holten die beiden Trainer nochmal alles an Motivation aus den Teilnehmern, trotz Erschöpfung. Nach dem Abgrüßen und gemeinsamen Mattenabbau konnte endlich der bereitgestellte Kuchen vernascht und sich über den Lehrgang unterhalten werden. Vielleicht hat jeder für sich etwas Neues und Brauchbares auf seinem Weg des Aikido mitgenommen.

Madleen Genzow
Aikido-Verein Wattenbek

Dieser Lehrgang wurde gefördert durch die Sportjugend Schleswig-Holstein. Dankeschön!

Bundeslehrgang in Malente


Mit Personen platzte die Matte im Sport- und Bildungszentrum Malente in S-H aus allen Nähten. Glücklich war, wer einen der begehrten Plätze für den Bundeslehrgang mit dem Bundestrainer Hubert Luhmann ergattert hatte. Dieses Jahr konnte Hubert denn auch wirklich kommen und musste nicht kurzfristig einen Polizeieinsatz leiten. Die Anreise klappte auch bei allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen, was im Januar nicht selbstverständlich ist. Tief Friederike, das am Tag zuvor noch das halbe Land lahmgelegt hatte, hatte sich verzogen.

Sportlich ging es dan gleich bei uns zu: 9 Stunden Aikidotraining standen auf dem Programm: In fünf Trainingseinheiten erwarteten uns u.a. Schwert und Verkettungen. Und Hubert ließ sich nicht lumpen. Gut verständlich und einprägsam erklärte und zeigte er die Grundlagen der Schwertarbeit, beginnend beim richtigen Fassen des Bokken, Ausholen, Schlag, Haltung: Alles, was man so braucht – nicht nur für bella figura. In verschiedenen Partnerübungen übten wir, zunächst die Mitte zu besetzen -wie man es auch im Kendo praktiziert- und dann anhand des Zielens auf verschiedene Trefferflächen, den richtigen Abstand zu finden. Nachdem wir uns mit dem Bokken angefreundet hatten, zeigte er u.a. zwei schöne Kokyu-nages, die wir fleißig übten.

Der Samstag war ebenso vollgepackt mit schönen Techniken. Am Morgen wollten wir uns mit den ersten Verkettungen beschäftigen. Hier gilt es immer, sich zu sensibilisieren für die schwachen Punkte in der Ausführung des Uke bzw. des Nages, je nach Rollenverteilung. Dieses Prüfungsfach setzt eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Funktion der einzelnen Elemente und ihrer Anordnung in der Technik voraus, kein Wunder also, dass es bei uns erst auf den 4. Dan geprüft wird.

Meiner Ansicht nach besteht bei den Verkettungen immer die Gefahr, dass es zu Knoten im Hirn kommt. Zwar machten wir zwischendrin mit einer Nachmittagseinheit Messer mal Pause vom Verketten, aber am Abend verzweifelte so mancher, weil er/sie durcheinander kam: Wer muss jetzt was machen? Gleiche Rolle, wechselnde Rolle? Das war sehr lustig.

Hubert erklärte stets präzise, verständlich und nachvollziehbar die Funktionsweisen der einzelnen Techniken. Besonderen Wert legte er darauf, die komplette Angriffssituation im Blick zu haben und den/die Uke wirklich in einem sicheren Endhebel zu fixieren, so dass nichts mehr passieren kann und man ggf. Hilfe rufen kann.

Am Sonntag machten wir in unserer letzten Einheit noch einmal Waffe gegen Waffe. Wir übten z.B. die Abwehr von Shomen-uchi mit dem Bokken mittels Stab, Schwert, Messer und Tegatana. Ma Ai und Zentrumseinsatz sind hier unerlässlich, um Uke aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Sehr gut gefallen hat mir, dass Hubert die Themen der Einheiten stets so wählte, dass es sehr abwechslungsreich war und man nach Phasen des intensiven Rollens dann mit Grundübungen zu den Waffen in den Stand zurückkehren konnte.

Ich habe viel gelernt, viel Spaß gehabt, habe abends munter geplauscht und mich weder an Grippe angesteckt noch verletzt. Ein gelungener Lehrgang.

Vielen Dank an Hubert für das schöne Training und an Ulrich für die Organisation.

Frauke Drewitz
Sachbearbeiterin Öffentlichkeitsarbeit des AVSH

Fotos: Ulrich Schümann