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Trainer C Fachlizenz Verlängerung Malente Nov 2016


Der AVSH hat es so eingerichtet, dass wir alle 4 Jahre in Malente unsere Trainer Lizenz verlängern können. Diesmal kamen 20 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet zusammen, überwiegend aus dem Norden. Ulrich, immer auf der Suche nach neuen Themen, hat uns den Plan per Mail vorab gesendet und so manches Thema wollte sich mir dabei nicht erschließen. Polarisierung im  Aikido ist ein Thema, welches sich mir nur schwer annähern wollte. Als Techniker denke ich technisch und komme auf so Dinge wie zum Beispiel Magnetismus. Ich denke „Plus ist Minus und Blau ist Rot“ und das passt immer noch nicht in den Kontext  Aikido.

Freitagabend, kurze Begrüßung, Abendessen und los geht es im Dojo.

Thema: Polarisierung als Methodischer  Anker

Ulrich gibt uns eine kurze Einleitung, welche Gedanken er sich zu dem Thema gemacht hat und langsam dämmert uns, was Ulrich meint. Bildsprachlich gesprochen, komme ich irgendwann zu der Antwort „Gegensätze schaffen“ oder „trennen“. 

Als aikido-technisches Beispiel hat Ulrich den Tenchi-Nage unter anderem genommen, um uns das Thema näher zu bringen.

Der Abend klingt aus, für manche in der Bar, für andere direkt im Bett. Der Sonnabend beginnt mit einem schnellen Frühstück und ab ins Dojo.

Thema: Analyse und Haltung

Ulrich versucht uns aus den gewohnten Bewegungsmustern herauszuholen mit nicht so oft angewendeten Sabaki-Formen. Das führt zu mancher Gehirnschmelze. Vom Dojo eilig umziehen und ab in den Seminarraum.

Thema: Beim Sport gelernt

Eine tolle Kampagne des NRW Landessportverbandes. http://www.beim-sport-gelernt.de/

Ulrich zeigt uns eine Auswahl an Bildern zu der Kampagne. Die Botschaft der Kampagne „Bildung und Sport“ gehören zusammen. Angelehnt an den Ideen bittet uns Ulrich in Gruppen Werbeschlagworte fürs Aikido zu finden. Die Schlagwortsuche ist angelehnt an Themengebiete. Da kommen viele tolle Ideen bei raus. In mir wurde die Erinnerung wach, wie wir uns in unserer Aikido Vereinsgruppe gemeinsam auf die Suche nach den passenden Schlagworten machten, um Gehörlose fürs Aikido zielorientiert anzusprechen.

Mittagspause und gleich im straffen Programm weiter.

Thema: Mein Gehirn Freund oder Feind?

Banal ausgedrückt, das Gehirn ist eine 1750 Gramm faule Masse, die viel Energie braucht, uns austrickst und nur lernen möchte, wenn es Gutes dabei empfindet.

Körperliche Energieeffekte, wenn man positiv oder negativ denkt, wurden uns demonstriert. Was mancher von uns in die Esoterikschiene schob, mit dem Hinweis „dat geiht nich“. Danach im Laufschritt umziehen.

Thema: Grundsätze des Aikido-Trainings mit Bokken

Zu den Grundsätzen gehört „wie fasse ich ein Bokken an?“ und „wo und wie lege ich das Schwert beim „An- und Abgrüßen“ ab?“. Der Griff gehört nach links. Werner und Alfred zeigten uns die ersten drei Suburis. Bei den 8 Seiten beginnen sich die Ersten mit ihrem Bokken zu verlaufen, mich eingeschlossen. Noch ein zwei Techniken oben drauf, ein kurzes Abendbrot und weiter.

Thema: Verknüpfung von Technik und Methodik: „Verlassen der Linie“

Das Verlassen der Linie legte uns Ulrich schon die ganze Zeit nahe. Wir drehten den Sabaki mal um 180° oder 90°. Wir versuchten uns daran den Vorschlägen von Ulrich zu folgen. Was bei mir dazu führte, das ich auf einmal gefühlte 6 Füße hatte. Mein Gehirn, die faule Masse, war nicht davon zu überzeugen, dass ich beim Ude-Osae in der Anfangsphase nach außen hin verlängern kann. Ulrich erwähnt immer wieder, dass er uns nur Vorschläge machen kann. Ob wir das mit unserem Körper auch so ausführen wollen oder können, überlässt er uns.

Auch an diesem Abend finden sich einige zum Plausch in der Bar ein.

Sonntagmorgen nach dem Frühstück

Thema: Sexuelle Prävention Jugendlicher

Der Referent Rene Strebe war vor 4 Jahren auch mit dabei. Es wird immer ein heikles Thema bleiben. Es soll nicht nur um Kinder und Jugendliche gehen, sondern auch um Erwachsene. Rene Strebe bringt uns das Thema gefühlvoll nahe, er fragte uns was wir gerne besprochen haben möchten. Nach anfänglichem Zögern kommen einige Fragen zusammen. Der Ehrenkodex und das Polizeiliche Führungszeugnis werden angesprochen. Es folgt eine kontroverse Gesprächsrunde. Wir erörtern anhand von kontextlosen Sätzen, ob wir darin einen sexueller Übergriff sehen.

Rene Strebe stellt uns das Schutzkonzept anhand eine Falles vor. Daraus folgt eine weitere Gesprächsrunde.

Einen 100% Schutz wird es nie geben, man kann uns sensibilisieren und aufklären. Auch wenn das Thema nach und nach aus dem Blickfeld verschwindet sollten wir es wachhalten.

Das war ein vollgepacktes Wochenende mit vielen Informationen. Wir haben viel gelacht. Wie wir ja gelernt haben, lernen wir am besten mit positiven Gefühlen. Bis zum nächsten Mal. Ich hoffen wir sehen uns nicht erst in 4 Jahren wieder.

Agnes Schröder
HTBU

Landeslehrgang in Malente mit Frank Mercsak


Eine kleine Schar von Aikidoka aller Altersklassen hatte sich am zweiten winterlich kalten Novemberwochenende auf gemacht, um die Matte in Malente in Beschlag zu nehmen. Meister Frank Mercsak, 5. Dan Aikido, aus Gelsenkirchen hatte zugesagt, den letzten Landeslehrgang des AVSH in 2016 zu geben. Wenige der Teilnehmer und Teilnehmerinnen kannten Frank zuvor. Nach dem Wochenende aber konnten wir alle sagen, dass er ein richtig netter Meister ist, der aussagekräftige Inhalte anschaulich und spannend vermitteln kann. Wenn sogar die Lehrgangsleitung in Person Ulrich Schümanns, 7. Dan Aikido, sagt, dass er viel gelernt hat und Vieles mitnehmen wird in sein eigenes Dojo, dann will das schon was heißen.

Frank ging mit uns einmal quer durchs Programm und damit ist nicht das Prüfungsprogramm gemeint. Im Gegenteil übten wir eine Reihe von Formen, die vielen von uns ein wenig neu waren. Wir wechselten von einem bewaffneten Angriff z.B.mit Schwert oder Messer zur waffenlosen Form und arbeiteten die Parallelen heraus.

Im ersten Training ging es schwerpunktmäßig um Techniken aus Shomen-Uchi: Einen geraden Schlag mit dem Schwert schlug Nage seitlich von unten weg, um dann mit eigenem Schwert an Ukes Hals zu gehen. Diese seitliche Abwehrbewegung war einer der zentralen Aspekte, die er uns auf dem Lehrgang vermittelte. Wenn Nage Ukes Arm oder Bein aus dessen Angriffslinie herausführt, kann Nage eine effektive Gleichgewichtsbrechung des Uke erreichen, ohne dass er/sie sich selbst groß bewegen muss. Bei Shiho-Nage aus Shomen-Utchi übernahmen wir Franks Methode: Uke war nach der Aufnahme und dem Umlenken seitlich zu führen und zwar an der Schulter statt am Ellenbogen: Diese Variante ist besonders für kleine Leute gut geeignet. Frank zeigte uns, dass man Irimi- Nage aus Shomen- Utchi auch ganz kurz machen kann: Der eigene Arm begleitet Ukes Schlag und man lässt die Hand ohne Kraft fallen, nur muss man dabei natürlich leicht die Linien verlassen.

Bewegungssparend zu arbeiten war einer der Aspekte, der sich durch alle Trainings zog. Frank meinte, wenn man wie er über 50 sei, können man gerne anfangen, Energie (gemeint ist hier Bewegungsenergie) zu sparen.

Auch einige fiese Techniken hatte Frank im Angebot. (Insgesamt muss man sagen, dass er sehr weich arbeitet). Er zeigte uns eine Art Sumi-Otoshi, bei der Uke über nach hinten geknickte Finger geführt wird. Diesen „Handknicker“ kann man auch nehmen um Uke direkt nach unten zu führen, indem man selbst achtsam rückwärts geht. Am Sonntag griffen wir dieses Element wieder auf und bauten es in Kote-Hineri aus Ushiro-Ryotetori ein. Kommentar des Ukes: Wat war datt denn? Frank: Dat war Aua.

Auch mit dem Bokken übten wir einige Techniken: Ude-Garami und eine Art Irimi-Nage. Wenn Uke die Schneide spürt, rollt er garantiert....

Besonders gut hat mir eine Vorübung zu Tenchi-Nage gefallen: Uke fasst Nage in Gyaku-Hanmi. Nage verlagert sein Zentrum mit einem Gleitschritt zur Seite und spürt genau, wann Uke instabil wird und sein/ihr Gleichgewicht zu schwinden beginnt. Hierbei konnte man gut spüren, dass beim Tenchi-Nage die Erdehand 80% der Arbeit macht.

Am Sonntag standen Stock (Juji-Garami und Sumi-Otoshi) und Messer (Kaiten-Nage Soto) auf dem Programm. Dann widmeten wir uns eine ganze Zeit Angriffen von hinten. Wichtig ist es, Uke die ganze Zeit in Bewegung zu halten, damit er einem nicht auf dem Weg nach vorne flöten geht. Den Abschluss des Trainings bildete dann ganz klassisch Kokyo-Ho aus Zaho.

Wir waren zwar nur wenige, aber dafür konnten wir ganz intensiv und konzentriert trainieren. In seiner ruhigen und einprägsamen Art hat Frank sich sehr gut auf uns als Gruppe eingestellt und wir haben die Dinge, die er vorzeigte, erforscht und sehr konzentriert und mit viel Spaß bearbeitet.

Die Organisation und das Rahmenprogramm an der Bar liefen wie immer rund. Herzlichen Dank hierfür an Ulrich. Dies war ein rundum gelungener Lehrgang.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit Frank - sei es im Norden oder anderswo auf der Matte.

Frauke Drewitz
Sachbearbeiterin Öffentlichkeitsarbeit des AVSH

Dan-Lehrgang in Rendsburg 9./10.September 2016


Ein Lehrgang nur für Danträger und Danträgerinnen ist schon ein besonderes Format bei uns im AVSH. Auf persönliche Einladung hin trafen sich am Freitag Nachmittag ca. 30 Dane aus ganz Schleswig-Holstein in Rendsburg auf der Matte, um unter Ulrich Schümanns und Roland Nemitz' Leitung Techniken aus dem Programm 3. bis 5. Dan zu trainieren, sich auszutauschen und um sich am tollen Rahmenprogramm zu erfreuen.

Nach einem flotten Aufwärmen bei über 25 Grad draußen startete Ulrich denn auch gleich mit Verkettungen. Um diese gut ausführen zu können, muss man natürlich die Techniken selbst sauber beherrschen, aber auch den Schwachpunkt einer jeden Technik erkennen und im richtigen Moment die Gelegenheit zum Konter nutzen. Aus Kote-Mawashi beispielsweise komme ich als angegriffene Person dann heraus, wenn ich in dem  Moment, wo Nage mich in sein Zentrum saugen will und über den Arm kommend den Handgelenkshebel bei mir ansetzt, sofort mein eigenes Zentrum bewege, vor Nage gleite und unter Absenkung des eigenen Ellenbogens Nage in den Kote- Hineri führe. Timing und Ma-Ai sind hier essentiell.

Neben seiner dynamischen Ausführung erfreute Ulrich uns mit zahlreichen guten Tipps, wann immer er sah, dass unsere Ausführung der Techniken noch nicht vollkommen meisterlich war.

Im Anschluss an das Training machten wir geführt von je einem Stadtführer in zwei Gruppen Rendsburg unsicher. Mir war trotz gewisser historischer Vorkenntnisse nicht klar gewesen, welch bedeutende Rolle Rendsburg für die Geschichte Schleswig-Holsteins gespielt hatte. Auf den Spuren der dänischen Festung erzählte unser Stadtführer anschaulich vom Aufstand gegen den dänischen König. Die List der Rendsburger Aufständischen, die heimlich mit der Eisenbahn in die Festung fuhren, steht der des Odysseus im Trojanischen Krieg um nichts nach.

Nach der Führung trafen wir uns zum Grillen im Vereinsheim des Rendsburger TSVs. Die heißen Würstchen und das kühle Bier erwarteten uns schon. Hier bot sich nun reichlich Gelegenheit, mit Leuten zu schnacken, die man z.T. auch länger nicht gesehen hatte.

Nach einer ruhigen Nacht und einem reichhaltigen Frühstück im örtlichen Feuerwehrheim begann das Training bei Roland bereits um 9.30. Roland  ließ es zunächst ruhig angehen und machte mit uns vorbereitende Führübungen. Dann stand Morote-Waza auf dem Programm und so hingen wir je zu zweit an Nage. Während man bei nur einem Angreifer auch mal weit ausweichen und groß führen kann, geht das nun nicht mehr. Man muss die Führung klein und präzise machen, um sich der beiden Uke zu entledigen. Das gelang uns mit Nikkyo, Kokyu-Nage, Shiho-Nage und anderen Techniken unterschiedlich gut. Manchmal war es nicht ganz einfach zu erkennen, wessen Hand Roland denn nun beim Vormachen wann griff. Kein Problem: routiniert und klar waren die Schwierigkeiten von Roland schnell auf den Punkt gebracht und wir häkelten weiter mit den Armen der Angreifer.

Zum Abschluss der Morgeneinheit übten wir dann noch Stab gegen Schwert. Aus Shomen-Uchi z.B. fädelten wir uns mit dem Stab in den Schlag ein und führten Uke in einem großen Bogen zum Kokyu-Nage in die Vorwärtsrolle. Diese Übungsform Waffe gegen Waffe trainiert man ja doch eher selten. Umso spannender, was man alles daraus machen kann.

Was ich besonders schön fand, war, dass Roland uns auch noch an einige wichtige Grundwerte des Aikido erinnerte. Manchmal gerät denn doch im Eifer des Gefechts in Vergessenheit, dass es nicht darum geht, Uke weh zu tun und zu zeigen, wie cool man als Nage ist, sondern, dass es darum geht gemeinsam zu üben und zu lernen. Wir wollen gemeinsam auf der Matte Freude am Aikido haben und heil und zufrieden von der Matte gehen. Das war denn auch nach dem Training der Fall und alle gingen mit strahlenden Gesichtern von der Matte. Nach einer kleinen, leckeren Stärkung begaben wir uns dann nicht ohne ein kleines give-away, das uns an diesen schönen Lehrgang erinnern wird, auf die Heimreise.

Ein ganz großes Dankeschön geht an Roland und alle, die ihn bei der Organisation unterstützt haben! Es war echt klasse.

Frauke Drewitz
Sachbearbeiterin Öffentlichkeitsarbeit des AVSH

Samurai Camp 2016: Lager-Olympiade


In den Kommentaren von 2015 wurde Kritik geäußert, dass einige Disziplinen schon seit Jahren dabei waren und bei einzelnen Disziplinen die "alten Hasen" im Vorteil waren, weil sie sich entsprechend vorbereiten konnten (z.B. beim Wasserschöpfen).

Deshalb hatten wir beschlossen komplett neue Disziplinen zu entwickeln, abgesehen vom Hindernislauf, der automatisch jedes Jahr eine andere Form hatte. Dies sollte möglichst ohne zusätzliche Kosten ermöglicht werden. Das Recycling des vorhandenen "Olympiade-Fundus" stand deshalb mit im Vordergrund. Auf dieser Basis wurden 11 neue Disziplinen und der Hindernislauf ins Programm genommen.

Das jeweils älteste Jungen- und Mädchen-Zelt wurde zur Ausrichtung der Stationen rekrutiert. Hinzu kamen die Betreuer Kai und Desiree, die den aufwendigen Hindernis-Parcours übernahmen. Aus den 12 Disziplinen wurden von der Gruppe 10 ausgewählt.

Schnipsen

Holzplättchen müssen auf Zahlenfelder geschnipst werden 

Turmbau

Mit Jenga-Steinen muss in Dreierteams ein möglichst hoher Turm in einer Minute aufgebaut werden.

Ball blind finden

Ein Spieler mit verbundenen Augen muss durch Kommandos der Mitspieler denjenigen im Kreis finden, der einen Ball hält.

Murmellauf

Wie Eierlauf, aber mit Murmel und kleinem Plastiklöffel.

Tennisball in Eimer werfen

Tennisbälle müssen in einen Eimer geworfen werden.

Schlägerball

Aus der Gruppe wird ein Tennisball zu einem Spieler mit Schläger geworfen. Dieser spielt den Ball zurück und die Gruppe muss den Ball fangen.

Frisbee

Der Frisbee muss zugeworfen und möglichst eine große Anzahl von Würfen ohne Absturz geschafft werden.

Handstand gegeneinander

Bis auf einen Hilfesteller sollen alle Zeltteilnehmer in den Handstand gehen und sich dabei gegenseitig abstützen.

Anziehen & Laufen

Ein Hin und Her Kurs muss gelaufen werden. Vorher muss der jeweilige Läufer eine Jogging-Hose, Gummistiefel, Hemd und Handschuhe anziehen bzw. der Vorläufer ausziehen..  

Hindernislauf

Ein Parcours aus Mulden, Sandhaufen und gespannten Seilen muss überwunden werden. 

Alle Disziplinen wurden von den sieben Mannschaften gut angenommen. "Frisbee" wurde allerdings durch den Wind etwas beeinträchtigt. "Handstand gegeneinander" erwies sich ebenfalls als nicht ganz einfach. Keine Mannschaft schaffte es, alle Mitspieler in der vorgegebenen Zeit in den Handstand zu bringen, weil das mühsam aufgebaute Knäuel immer wieder in sich zusammen fiel. Trotzdem wurden beachtliche Leistungen erzielt und die Mitspieler hatten sehr viel Spaß.

Insgesamt lagen die Leistungen überwiegend recht dicht beieinander. Bei keiner Disziplin konnten anhand der Ergebnisse große Vorteile/Nachteile durch Geschlecht oder Alter festgestellt werden. Dies spiegelte auch durch die Platzierungen wieder. Die ältesten Jungen wurden Sieger, gefolgt von den jüngsten Mädchen und Jungen. Alle Mannschaften hatten viel Spaß und waren mit Feuereifer und Ehrgeiz bei der Sache. Selbst die ältesten Jungen, die anfangs sehr lustlos und negativ auftraten, waren wenig später mit vollem Siegeswillen dabei. Nach Bekunden des Teams war dafür hauptsächlich Mitspieler Hannes verantwortlich, der sein Team mitgerissen hat und auch selbst immer an erster Front stand und vollen Einsatz geleistet hat.

Ich möchte mich ganz herzlich bei Hannes und allen anderen Teilnehmern bedanken, für die große Einsatzfreude und den Spaß am Mitmachen.

Mein ganz besonderer Dank gilt aber auch den Stationsleitern. Der Aufbau und das  Betreiben der Stationen funktionierten hervorragend. Auch vom heftigen Regen während der Aufbau-Phase habt ihr Euch nicht unterkriegen lassen, obwohl viele völlig durchnässt waren. Kurzzeitig stand die Durchführung der Lager-Olympiade sogar auf der Kippe. Aber nach kurzer Rücksprache mit Lilo und Konsultation des Regenradars, hatten wir uns für das Weitermachen entschieden. Und tatsächlich schien auch der Wettergott ein Olympia-Fan zu sein, denn erst beim Abbau der Stationen begann es wieder zu regnen. Ende gut - alles gut.

Ingo Fassbender

Samurai Camp 2016


Das waren die Teilnehmer des diesjährigen Camps, das vom 29.07. bis zum 03.08.2016 stattfand: 72 Kinder und Jugendliche reisten mit 8 Betreuer/-innen in Scharbeutz an, um eine Kurzwoche auf den Spuren der Samurai zu wandeln und viel Spaß miteinander zu haben, aber auch um voneinander zu lernen. Die Referentinnen und Referenten unseres Samurai Camps waren sehr gut vorbereitet und gaben ihr Wissen engagiert weiter. Die Kinder und Jugendlichen erhielten Buttons mit verschiedenen Symbolen, die sie für die Zeit des Camps in Gruppen gleichen Alters einordneten. So konnten die Teilnehmenden in vier oder acht ungefähr gleich große Gruppen mit unterschiedlichen Lehrern/Lehrerinnen und Themen eingeteilt werden. Der Zeitplan, der für alle Teilnehmenden vor dem Betreuerinnenzelt ausgelegt war, gab jederzeit Orientierung hinsichtlich der Themen- und Lehrerzuordnung. Dabei wurde Wert darauf gelegt, dass jede Lehrerin und jeder Lehrer insgesamt alle Gruppen in der Kurzwoche betreuten.

Nicht nur Aikido in Theorie und Praxis sowie Transfer für das Leben standen auf dem Programm, sondern auch der Umgang mit den Waffen der Samurai, die historischen Tugenden der Leibeigenen, die Geschichte und das Leben, die Kalligrafie und Origami. Dabei leiteten neben den Erwachsenen auch die älteren Jugendlichen einzelne Einheiten an. Kurzfristig kamen auch "Black Stories", eine Detektivgeschichte mit vorgegebenen Aufgaben,  ins kreative und sportliche Angebot. Die alt eingeschworene "Werwolf-Gemeinschaft" ließ sich überhaupt nicht stören. Es gab aber auch Schach, Knotenkunde, Slacklining, Ballspiele rund um die Tischtennisplatte und andere Spiele. Zusätzlich wurden Workshops angeboten wie die "Funktionsweise des Gehirns - wie kann ich mich selbst motivieren?", „japanisches No-Theater“ und "Wie verteidige ich mich mental und übe Schlagfertigkeit ein?“

Ein Highlight war das Trainieren in Praxis-Kurzworkshops mit den unterschiedlichsten Themen, wobei die Teilnehmer/-innen nach ca. 12 Minuten zur nächsten Station rotierten. Konzentration und Aufmerksamkeit waren hierbei besonders gefordert, und die Anpassung jeder Station an die Anforderungen der aktuellen Gruppe war möglich. Diese Art der Vermittlung fand an zwei Tagen mit unterschiedlichen Themenzuordnungen und Lehrerinnen und Lehrern, die die Themen anders interpretierten und anpassten, statt. Einige Workshops wurden dabei auch ausgetauscht.

Ein Novum war in diesem Jahr das No-Theater. Deshalb erhielt die Gruppe von vier jungen Darstellerinnen gemeinsam mit der Referentin des No-Theaters die Möglichkeit, noch am selben Abend in der Turnhalle im Anschluss an die Aikido-Einheiten ihr selbst erarbeitetes Theaterstück aus dem Workshop vom Nachmittag vorzustellen.

Bericht mit weiteren Bildern und Video des No-Theaters

Das Stück handelte von Sara, die neu in der Stadt war, und hatte folgende Handlung: Sara trifft auf ihrem Schulweg am ersten Schultag auf Roswitha, die alle anderen Kinder an der Schule drangsaliert, und dies nun auch bei Sara versucht. Schnell findet Sara jedoch Freundinnen an der neuen Schule. Diese bringen ihr die Prinzipien des Aikido bei. Vor allem üben sie das Konflikt vermeidende Ausweichen ein. Als Sara danach auf Roswitha trifft, welche körperlich auf Sara einwirken will, gelingt es Sara mittels geschicktem Ausweichen, sich zu befreien. Davon fühlt sich Roswitha besiegt und zieht sich enttäuscht zurück. Doch Sara sonnt sich nicht in Genugtuung, sondern reicht Roswitha die Hand, und die Beiden werden Freundinnen.

Das Theaterstück wurde ohne Worte, ausschließlich mit Hilfe von Gestik und Mimik dargebracht. Dies ist eine Eigenheit des No-Theaters, dass im historischen Japan durch bewusste Bewegungen, die auch Kata genannt wurden, das Stück dargebracht wurde.

Dies schult das Bewusstsein für die eigene Körpersprache und zeigt den Kindern, dass sie permanent bewusst oder unbewusst mit ihrem Körper etwas aussagen. Der Lernprozess war in den Proben gut zu sehen. Den Kindern fiel es zunächst sehr schwer, ohne Worte die Geschichte darzustellen, die sie sich ausgedacht hatten und immer wieder platzte ein Wort heraus. Dies wurde zunehmend weniger, und die Aufführung lief in absolutem Schweigen ab. Die anschließende  Befragung der Zuschauer zeigte, dass die Darstellerinnen sehr gut gespielt hatten, denn die Zuschauer konnten die Geschichte anschließend mit Worten und ohne weitere Hilfe nacherzählen. Ein langer Beifall war den Darstellerinnen gesichert.

Nach dem Frühtraining mit Parcours und den Aikido-Kurzworkshops am Montag wurden die Matten, 220 qm Segeltuch, zum Transport verladen. Am Nachmittag stand ein weiterer Höhepunkt des Camps an, nämlich die Lagerolympiade. Ingo Fassbender hat diese organisiert und mit den älteren Jugendlichen, die die Stationen betreuten, durchgeführt. Der Wettergott wollte anfangs nicht mitspielen, zeigte sich dann aber doch wohlwollend. Die vielen Wolken auf den Fotos sprechen Bände. Ein eigener Bericht über die Olympiade nebst Fotos ist bereits im Internet der Jugend des DAB veröffentlicht.

Das Bergfest, das in diesem Jahr von den Jugendlichen  selbst organisiert und durchgeführt wurde, war ein voller Erfolg. Hier schafften es die Verantwortlichen, nachdem ihnen das vorhandene Equipment verbesserungsbedürfte erschien, geeignete Boxen, ein Mischpult und sogar ein Laptop der umliegenden Campgemeinschaften zu beschaffen. Diese waren dann natürlich mit von der Partie.

Am Dienstag hatten sich schon viele Freundschaften gebildet. So war es dann auch kein Problem, sich in Kleingruppen im Hansapark zu bewegen. Außerdem konnten sich die Kinder und Jugendlichen bei Schwierigkeiten an die Betreuer/-innen wenden, die stündlich am Ausgang des Hansapark standen, um die Kinder und Jugendlichen zu unterstützen. Unsere jüngeren Mädchen nahmen diese Hilfe gerne an und konnten mit dem Betreuer an der Hand ganz andere Fahrgeschäfte nutzen.

Auch in diesem Jahr waren unsere Teilnehmenden wieder pünktlich am Treffpunkt. Kein Kind fehlte – wir Betreuer und Betreuerinnen waren glücklich.

Am Abend war das Abschlussgrillen mit Hamburgern angesagt. Ebenso wurden die neu gestalteten Feedback-Bogen fleißig ausgefüllt. Sie fanden guten Anklang.

Im Verlauf des Abends waren alle Gruppen so stark im Gespräch oder Spiel vertieft, dass wir  Erwachsenen dies auch nicht stören wollten. Die älteren Jugendlichen wollten noch einmal unter sich sein und zogen um zum Strand, um dort Beachvolleyball zu spielen. Zur abgemachten Zeit kamen sie wieder zurück. So konnte auch in dieser Nacht die viel diskutierte Nachtruhe einkehren.

Am Mittwochmorgen nach dem Frühstück und einem Abschlussgespräch, einem letzten Feedback, hieß es dann, „klar Schiff zu machen“. Dies war aufgrund von Regen in diesem Jahr nicht so einfach. Jedoch ließen sich unsere Aikidoka nicht unterkriegen vom Wettergott.  Er weinte nämlich nur, weil es galt, Abschied zu nehmen.

Ein kleiner Trost: Das nächste Datum für das Samurai Camp steht schon fest:

28. Juli bis  2. August 2017

Lilo Schümann
Jugendleiterin des AVSH
Mitglied des Vorstandes der Jugend des DAB