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AVSH beim Tag des Sports


Erster Sonntag im September, 35000 Besucher, 200 verschiedene Sportangebote zum Kennenlernen und Probieren, 1200 Ehrenamtler im Ganztagseinsatz, strahlendes Wetter.

Der AVSH dankt allen Aikidoka, die an diesem Tag am Stand und auf den Bühnen Aikido so erfolgreich demonstriert haben, und den Vereinen MTSV Hohenwestedt (mit dem Jugend-Dream-Team), AV Wattenbek, AC Lübeck, Rendsburger TSV und Bramstedter TS für die Unterstützung.

Gern wieder in 2018!

Matthias Ahrens
2. Vorsitzender des AVSH

Lilo und Ulrich Schümann mit der Sportverdienstnadel des Landes Schleswig-Holstein geehrt


Am 3. Juli 2017 wurden unsere Vorstandsmitglieder Lilo und Ulrich Schümann vom Ministerpräsidenten für ihre langjährigen Verdienste für den Sport mit der Sportverdienstnadel des Landes Schleswig-Holstein ausgezeichnet. Innenminister Hans-Joachim Grote überreichte die Ehrungen. Der Vorstand des Aikido-Verbandes Schleswig-Holstein gratuliert den beiden - auch im Namen unserer Mitglieder - von ganzem Herzen und freut sich mit ihnen über diese hohe Auszeichnung.

Lilo, 3. Dan und lizenzierte Aikido-Trainerin (C- und B-Lizenz) wurde für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement im Bereich der Sport-Kinder- und Jugendarbeit geehrt. Sie unterrichtet seit fast 20 Jahren Kinder und Jugendliche im SV Boostedt und ist zudem seit Jahren auf Landesebene u.a. im Vorstand des AVSH aktiv. Nachdem sie einige Zeit die Funktion der Lehrwartin inne gehabt hatte, übernahm sie 2002 das Amt der Jugendwartin im AVSH. Es gibt niemanden, der nicht weiß, dass Lilos Herz für die Aikidojugend schlägt.

Ihrem unermüdlichen Engagement ist es zu verdanken, dass seit 2004 Hunderte von jungen Aikidoka an zahlreichen speziellen Landeslehrgängen und am großen Aikido-Jugendlager, besser bekannt als „Samurai Camp“, teilnehmen konnten. Die Organisation des in der Aikido-Gemeinschaft überregional bekannten und beliebten Camps erfordert einen hohen zeitlichen und logistischen Aufwand. Lilo investiert bereitwillig jedes Jahr von Neuem Zeit und Herzblut in dieses Projekt, das nach den Zielen des Kinder- und Jugendplanes des Bundes ausgerichtet und finanziert wird. Die Umsetzung der Vorgaben erfordert besondere Ausdauer und besonderes Geschick. Seit einigen Jahren exportiert der AVSH das Modell des Samurai Camps erfolgreich in den Süden, wo sich der bayerische Aikidonachwuchs zum Bajuwarencamp trifft. Lilo unterstützt hier tatkräftig.

Neben der Arbeit am Samurai Camp engagiert sich Lilo auch auf Bundesebene: Sie ist Mitglied im Bundesvorstand der Jugend des Deutschen Aikido-Bundes und führt deren Kasse.

Lilo ist aufgrund ihrer Funktionen auf Vereins-, Landes- und Bundesebene sehr gut vernetzt und nutzt diese Netzwerke, um Kinder und Jugendliche für die Übernahme von Verantwortung im Verein bzw. Verband zu gewinnen. Als Teamplayerin mit hohen kommunikativen Kompetenzen gelingt es ihr in faszinierender Weise, junge Nachwuchssportler für das Aikido und ein ehrenamtliches Engagement im Sport zu gewinnen. Dies ist grade in der heutigen Zeit mehr als Gold wert.

Ulrich, 7. Dan und lizenzierter Trainer (C- und B-Lizenz) ist den Aikidoka im Land durch sein langjähriges ehrenamtliches Engagement im Verein und im Landesverband bekannt. Seit 1973 bis heute ist Ulrich als Trainer und Abteilungsleiter tätig, zuletzt im SV Boostedt. Ulrich hat die Arbeit des Aikido-Verbandes Schleswig-Holstein seit vielen Jahren in verschiedenen Vorstandsfunktionen mitgestaltet und mitgeprägt. Als Technischem Leiter oblag ihm die Organisation von Landeslehrgängen, als Lehrwart organisiert und betreut er die Fortbildungen der Aikido-Trainer.

Auf Bundesebene ist Ulrich Mitglied der Technischen Kommission des DAB und war lange Jahre Bundesreferent Lehrwesen und Vizepräsident Technik. Als Bundesreferent Lehrwesen konzipierte und organisierte er die Trainerlizenzausbildung im DAB und führte sie auch langjährig als Lehrgangsleiter und Referent durch. Ulrich wurde 2016 in den Ausschuss für Bildung, Qualifikation und Mitarbeiterentwicklung des Landessportverbandes Schleswig- Holstein berufen.

Als Zentraltrainer ist Ulrich ebenfalls seit Jahren für die Aikidoka unseres Bundeslandes im Einsatz.

Lilo und Ulrich gebührt unser Dank für ihr Engagement für das Aikido in Schleswig-Holstein und wir wünschen ihnen, dass sie weiterhin mit viel Freude, Engagement und guter Gesundheit im Einsatz sein können.

Frauke Drewitz
Sachbearbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit des AVSH

Aikido-Biografie: Ulrich Schümann


Ulrich blickt mittlerweile auf eine Anzahl an Jahren der aktiven Aikido-Praxis zurück, die man einer von uns nicht einmal als Lebensjahre hinter sich gebracht hat. Vor 46 Jahren begann er - damals grade 14 ein halb Jahre jung- im Jahre 1970 bei Rolf Brand in dessen neu aufgebauter Gruppe mit dem Aikido in Bad Bramstedt. Rolf hatte diese Gruppe als 2. oder 3. Dan neu gegründet und mit Ulrich zusammen trainierten viele seiner dann langjährigen Weggefährten (-wie z.B. Roland Nemitz, Christiane Zanter, Heike Griep, Hans Carstens und Matthias Ahrens-), von denen einige noch aktiv sind.

Ab 1973 übernahm Ulrich dort als Übungsleiter mit Roland (als Blau- oder Braungurt) eine neue Kindergruppe. Beruflich (Ulrich begann nach dem Abitur beim BGS, heute Bundespolizei) verschlug es ihn zunächst nach Walsrode, dann nach Lübeck. An beiden Orten gründete er Aikido-Abteilungen.

Im Jahr 1980 wurde Ulrich nach Bad Bramstedt versetzt und baute seine heutige Aikidoabteilung im Verein in Boostedt auf.
Das Aikido, das Ulrich nun schon mehr als 10 Jahre seines Lebens begleitet hatte, war schließlich auch maßgebend dafür, dass er seine Frau Lilo kennenlernte. Auf einer Vorführung in Ahrensburg sahen sie sich und beschlossen bald darauf den Lebensweg und den DO gemeinsam zu gehen. So ist, was das Aikido in Boostedt und darüber hinaus betrifft,  Ulrich ohne Lilo nicht zu denken und umgekehrt. Lilo unterstützte und unterstützt  Ulrich in Boostedt tatkräftig durch die Leitung Kindergruppe. Der Boostedter Verein ist ein kleiner Verein, seine Aikidoabteilung aber ist bei allem Wechsel der Mitglieder doch geprägt von einem konstanten harten Kern und von Aikidoka, die bereits z.T. seit über 30 Jahren bei Ulrich lernen und schon lange Schwarzgurte sind. Für seine Verdienste um den Verein erhielt Ulrich denn auch vom Verein 2012 die Ehrung zum „Sportler des Jahres“. In der schleswig-holsteiner Aikidolandschaft ist der TSV Boostedt unter Ulrichs und Lilos Führung eine feste Größe.

Ulrichs Entwicklung startete unter seinem Lehrer Rolf Brand, bei dem er von 1970 bis 1993 lernte. In diese Zeit fielen seine Prüfungen zum 1. bis 4. Dan: 1. Dan am 22. Nov. 1974, 2. Dan am 14. November 1976, 3. Dan am 16. Juni 1986, 4. Dan am 12. Mai 1989.

In dieser Zeit begann auch Ulrichs Engagement auf Bundesebene. Von 1977 bis 1997 war er Mitglied der Technischen Kommission des DAB und von 1987 bis 1992 Bundesreferent Lehrwesen.

Im Jahr 1993 wechselte er dann in das Amt des Vizepräsidenten Technik. Da er hier, wie es seinem Wesen und seinem Anspruch an sich selbst entspricht, eigenständig denkend inhaltliche Akzente setzen und somit sein Amt ernst nehmen und entsprechend ausüben wollte, kam es zum Bruch mit seinem Lehrer Rolf Brand, der mit diesem Selbst- und Amtsverständnis nicht umgehen konnte oder wollte. Ulrich gab darauf sein Amt ab und besuchte daraufhin die Bundeslehrgänge des DAB, die damals ausschließlich Rolf leitete, nicht mehr. Dies hatte zur Folge, dass mit dem Verlust der Prüferlizenz auch der Platz in der Technischen Kommission verfiel.

Für Ulrich folgte eine Phase der „Diaspora“, hier zu verstehen als Zeit der Rückbesinnung und Analyse, in der er nach eigenen Angaben bisherige Dogmen, die im Aikido galten, hinterfragte. Er versuchte von nun an eigene Vorstellungen im Aikido zu realisieren und nicht „nachzumachen, was andere Leute machen.“ Ulrich sagt dazu: „Ich lerne bis heute von meinen Schülern. Grade die Anfänger, d.h. die nicht konditionierten Ukes zeigen einem deutlich die Schwachstellen der eigenen Technik auf.“ Natürlich schwamm Ulrich aber auch in dieser Zeit nie im eigenen Saft. Er besuchte stets  in- und ausländische Lehrgänge bei anderen Meistern wie z.B. die Meister Noquet, Brun oder auch Tissier. Mit seinem geschulten analytischen Blick betrachtet Ulrich bis heute neugierig und aufgeschlossen, welche prägenden Merkmale das Aikido des anderen Meisters bzw. der Meisterin jeweils ausmachen. Wenn ihn diese Merkmale überzeugen, prüft er, was er davon in sein eigenes Aikido integrieren kann. So hat ihn z.B. bei Tissier der Aspekt der Kontaktaufnahme mit dem Uke und das Eingehen auf dessen Aktionen geprägt. Diese ermögliche ein Lösen von der starren Form bzw. dem „Korsett“ der Form.

Ulrichs heutige Technik im Aikido lässt sich denn vielleicht auch folgendermaßen beschreiben:
Er verbindet große körperliche Beweglichkeit (großräumiges Sabaki) und Bewegungsfreude mit einer höchst effektiven Umlenkung der Kraft des Angreifers unter kleinräumigem Einsatz der Tegatana.

Aufgrund von Umstrukturierungen im Bundesverband begann Ulrich sich nach dem Abgang von Rolf Brand erneut auf Bundesebene zu engagieren.  Neben der Rückkehr in die Technische Kommission ist hier  zu erwähnen, dass er  von 2007 bis 2015 erneut als Bundesreferent Lehrwesen tätig war. Auf Landesebene engagierte er sich lange Jahre  bei uns als Technischer Leiter und organisierte besonders die Landeslehrgänge im Bildungszentrum Malente perfekt. Derzeit ist Ulrich im AVSH- Vorstand als Lehrwart engagiert. Wer Ulrich aus der Gremienarbeit kennt, weiß dass er sich für die inhaltliche Arbeit begeistert, weniger für die sportpolitischen Belange. Ihm ist es eigen, z.B. bei Anträgen, Projektideen oder Prozessen der Umgestaltung hinter das Vordergründige zu schauen und die logische Begründung einer Idee zu überprüfen. Ulrich gewinnt man nur, wenn er aus eigener Kraft eine eigene Überzeugung entwickeln kann; sich lediglich  begeistert mitreißen zu lassen, liegt ihm fern. Tief verankert in ihm ist seine humanistische Prägung, die ihn Autoritätsgläubigkeit ablehnen lässt, da diese die Gefahr des Missbrauchs birgt. Er hält es für die Pflicht eines jeden, sich ein eigenes Urteil zu bilden. Wenn man ihn also in einem Gespräch die eigenen Argumente nicht gründlich erläutern kann, muss man sich auf Kritik und ironisch-bohrende Fragen einstellen. Einem spannenden inhaltlichen Streitgespräch ist Ulrich denn auch selten abgeneigt. Sind die eigenen Argumente nachvollziehbar, hat man eine realistische Chance, ihn auch mal zu überzeugen.
Gefragt, was ihn bei der ehrenamtlichen  Arbeit auf und neben der Matte  besonders interessiere, sagt Ulrich: „Für mich steht das Aikido im Mittelpunkt. Beim Aikido findet man Wegbegleiter und auch das Zwischenmenschliche spielt eine große Rolle. Außerdem ist es interessant zu sehen, wie sich die Persönlichkeit eines Menschen durch das Aikido entwickelt.“

Die Graduierung zum 7. Dan durch die Technische Kommission des DAB am 1.4. 2016  ehrt so einen hochverdienten und reifen Meister. Der AVSH und seine Mitglieder sind stolz und glücklich und wir freuen uns auf den weiteren gemeinsamen DO mit Ulrich.

Frauke Drewitz
Sachbearbeiterin Öffentlichkeitsarbeit des AVSH